Schlüssel für Modellbezeichnungen und Spezifikationen
Fahrzeugidentifikationsnummern
Für die VX800 kommen je nach Land zwei verschiedene Fahrzeugidentifikationsnummern (Vehicle Identification Number VIN), umgangssprachlich auch Fahrgestellnummern zur Anwendung. Die z.B. in Australien und nach unseren Infos nur bei der VS 51A verwendete 17-stellige Langversion (beginnend mit JS1) enthält viele Informationen, die sich dank der Webseite gs-classic.de fast vollständig aufschlüsseln lassen. Demnach bedeutet beispielsweise JS1VS51A3L2100001 Folgendes:
Die damals unter anderem in Deutschland gebräuchliche kürzere Fahrzeugidentifikationsnummer (deutschsprachig F.I.N. abgekürzt) verzichtet auf die Länder- und Herstellerzuordnung (1-3) sowie Modelljahr und Prüfcode (9-11). Diese Infos werden textlich auf dem Typenschild vermerkt oder entfallen ganz.
Modelljahre
Wie viele Produkte werden auch in der Produktion befindliche Motorräder weiterentwickelt. Die Gründe für die Weiterentwicklungen sind vielfältig, naheliegend ist die aus Marketingsicht erforderliche „Auffrischung“ des Produktes durch optische Änderungen oder technische Verbesserungen, es sind aber auch Produktanpassungen zur Einsparung von Produktionsabläufen und damit -kosten denkbar und üblich. Aus mehreren Gründen werden diese Weiterentwicklungen nicht permanent, sondern gebündelt einmal im Jahr, meist zum Saisonwechsel in die Produktion übernommen.
Suzuki kennzeichnet die Produktionsjahre (oder auch Modelljahre), die übrigens zeitlich nicht immer genau auf das jeweilige Kalenderjahr fallen, über alle Motorrad-Modelle hinweg mit fortlaufenden Buchstaben, der an die Typbezeichnung angehangen wird. Anhand des Buchstabens kann somit unterschieden werden, mit welchen Modifikationen bzw. in welcher Ausführung das Motorrad vom Band gelaufen ist. Das Jahr 1990, das erste Modelljahr der VX, trägt den Buchstaben L, das letzte Modelljahr 1996 den Buchstaben T. Wird ein Modell wie oben beschrieben in der Produktion verändert, erhält das Modell die Buchstabenkennung des Jahres, indem die Änderung stattfand. Wie bereits ausgeführt, waren bei Suzuki jährliche Änderungen üblich, aber nicht zwingend.
Auch die VX800 kam bis 1994 jährlich und dann nochmal zur Saison 1996 in den Genuss dieser Modellpflege, die Änderungen waren allerdings marginal (siehe Tabelle). Zum Jahr 1995 (Modelljahr „S“) gab es keinerlei Anpassungen. Deswegen gibt es auch keine VX800 S. Die Modelljahre lassen sich auch aus der Fahrgestellnummer ableiten. Folgende Tabelle differenziert die Fahrgestellnummer neben den Modelljahren zusätzlich nach Modellversionen "A" und "B". Hinzu kommt eine Besonderheit: Das deutsche Modell der VX800 (Länderspezifikation E22) gab es ab Werk auch mit 50PS, erkennbar an dem zusätzlichen U vor dem jeweiligen Buchstaben, die Rahmennummer der VS 51 B wurde aber trotzdem fortlaufend vergeben.
Suzuki Code fürs Modelljahr | Modellbezeichnung | Fahrgestellnummer | Kalenderjahr der Herstellung | Änderungen |
L | VX800 L | VS51A 100001- | 1990 | |
VX800 L/UL | VS51B 100001- | |||
VX800 L (E24) | JS1VS51A L2100001- | |||
M | VX800 M | VS51A 102432- | 1991 | andere Farben, Chromring an Tacho und DZM |
VX800 M/UM (E22) | VS51B 101718- | |||
VX800 M (E24) | JS1VS51A M2100001- | |||
N | VX800 N | VS51A 105085- | 1992 | Neuer Benzinhahn, nun Unterdruckgesteuert, mit Unterdruckschlauch vom hinteren Vergaser, Auspuff wird am Sammler verblendet, andere Farben |
VX800 N/UN (E22) | VS51B 103189- | |||
VX800 N (E24) | JS1VS51A N2100001- | |||
P | VX800 P | VS51A 106901- | 1993 | andere Farben |
VX800 P/UP (E22) | VS51B 104782- | |||
VX800 P (E24) | JS1VS51A P2100001- | |||
R | VX800 R | VS51A 107820- | 1994 - 1995* | andere Farben
(nur purple und maroon) Wegen fehlender Modellpflege wird 1995 die Bezeichnung aus 1994 fortgeführt. |
VX800 R/UR (E22) | VS51B 106373- | |||
VX800 R (E24) | JS1VS51A R2100001- | |||
T | VX800 T | VS51A 108646- | 1996 | Neue Bremszange vorn (baugleich mit Bandit 600 Bj. 1996), Killschalter am vorderen Vergaser zur Senkung der Volllastgeräuschemissionen über Zündunterbrechung, andere Farben |
VX800 T/UT (E22) | VS51B 108324- |
Länderspezifikationen
Suzuki hat seine Motorräder bereits ab Werk an die unterschiedlichen Zulassungsanforderungen der Länder angepasst. Diese sogenannte Länderspezifikation umfasste beispielsweise Differenzierungen der Beleuchtungen, Reflektoren, Spritzschutz oder im Fall des kalifornischen Modells auch Eingriffe in die Abgasreinigung (Hier kam zusätzlich ein Sekundärluftsystem zum Einsatz). Allein für Europa gab es die VX im Jahr 1990 in 12 verschiedenen Spezifikationen. (zur Erinnerung: Die einheitliche EU-Zulassung und Euro 1 kamen erst in den 2000ern, vorher galt jeweils ausschließlich nationales Recht). Nachfolgend die laut Unterlagen angebotenen Länderspezifikationen. Eine Tabelle mit dem Länderschlüssel findet Ihr ganz unten auf dieser Seite.
Länderspezifikation |
|
VX800 L/M | E1, E2, E4, E15, E16, E17, E18, E21, E22, E24, E25, E34, E39 |
VX800N | E1, E2, E4, E15, E16, E17, E18, E21, E22, E24, E25, E34 |
VX800P | E2, E4, E17, E18, E21, E22, E24, E25, E34, E39 |
VX800R | E2, E4, E18, E21, E22, E24, E25, E34, E39 |
VX800T | E4, E18, E21, E22, E25 |
VX800UL/UM/UN/UP/UT | E22 (![]() |
Die Spezifikationen wurden durch den Hersteller umgesetzt, das heißt aber nicht, dass die VX800 nur in den Ländern erhältlich war, für die eine spezifizierte VX produziert wurde. Prinzipiell konnte ein Motorrad in jedes Land importiert werden, wenn dies rechtlich generell möglich war, sich ein Importeur fand und dieser die Anpassungen an die Ländervorschriften umsetzen konnte.
Ein gutes Beispiel ist Österreich. Hier gab es nach den Unterlagen nur in den ersten beiden Modelljahren eine vom Hersteller für das Land vorgesehene Spezifikation. Danach nicht mehr. Es ist davon auszugehen, dass dann der Importeur (Wöhrer&Co GmbH Wien) VX800 als Basisversion (E1) oder mit anderen Länderspezifikationen importierte und dann selbst an die österreichischen Zulassungsvorschriften anpasste. Genau genommen musste ein Importeur nicht mal eine für das jeweilige Land durch Suzuki bereitgestellte Länderspezifikation abnehmen, wenn er mit der „Eigenanpassung“ einen kostengünstigeren Weg gefunden hatte, die VX zulassungsfähig zu erwerben. Gerade beim erwähnten Beispiel Österreich scheint dies der Fall gewesen zu sein, wie Berichte aus dem Forum schließen lassen.
Hier der Ländercode zur Aufschlüsselung:
Länderschlüssel |
|
E1 | Allgemeiner Exportmarkt (Standardmodell) |
E2 | Großbritannien |
E3 | USA (außer Kalifornien) |
E4 | Frankreich |
E15 | Finnland |
E16 | Norwegen |
E17 | Schweden |
E18 | Schweiz |
E21 | Belgien |
E22 | Deutschland
![]() |
E24 | Australien |
E25 | Niederlande |
E28 | Kanada |
E33 | Kalifornien |
E34 | Italien |
E39 | Österreich |
E53 | Spanien |
Outtakes
Oben wurde es schön erläutert, das hat aber wohl nicht Jeder gelesen, sonst wären Schilder wie hier rechts abgebildet nicht entstanden. Durch (Grau-)Importe und das damit verbundene Zulassungsverfahren erhielt die eine oder andere VX auch mal ein neues Typenschild und gleich eine neue Versionsbezeichnung mit auf den Weg. So steht oben rechts VS51B, es handelt sich aber nach VIN und Motortyp eindeutig um eine A-Version. Leider kein Einzelfall. Zusätzlich enthält die hier gezeigte VIN noch einen Schreibfehler, es fehlt das S bei VS51A. Dank an Lui für das Fotografieren dieser Stilblüte.